"Schatz der Toilettendeckel ist schon wieder oben"
Ist Nörgeln in der Beziehung ok?
Häufig gehört das Nörgeln und Motzen zu genau den Eigenschaften, die man an sich selbst anstrengend findet...Foto: Stock

Natürlich hassen wir es alle, wenn uns jemand auf die Nerven geht - andererseits ist es aber auch leider so, dass hochgeklappte Toilettensitze, nicht weggeräumte Milchtüten oder volle Mülleimer unser Nervenkostüm nachhaltig strapazieren können und genau das dann dazu führt, dass wir Frauen meckern - laut und häufig!

Eine echte Zwickmühle, bei der es gar nicht so leicht ist, ganz kurz den Atem anzuhalten, bis zehn zu zählen und die Sache, die uns stört, selber zu erledigen - besonders, wenn man genau dieses Fehlverhalten ja schon gefühlte 100.000 Mal angemerkt hat!

Auch Situationen in denen wir unsicher sind, führen häufig dazu, dass wir unseren Partner in die Ecke drängen und nerven - besonders dann, wenn wir nicht sicher sind, ob die Beziehung schon auf einem festen Boden steht oder eben nicht.

Was ist denn nun so falsch am Nörgeln? Eine wirklich schwierige Frage, zumal genau das in manchen Partnerschaften der einzige Weg zu sein scheint, irgendwie zum Partner durchzudringen.

Woran das liegt? Nun häufig hat das etwas mit der Erziehung zu tun. Vielleicht hat er von seiner Mutter gelernt, nur dann zu reagieren, wenn sie besonders lange geschimpft und gezetert hat, oder vielleicht haben Sie selbst zu Hause erfahren, dass eins von Ihren Elternteilen erst reagiert hat, wenn zuvor lange genug genörgelt worden ist. 

Wie man vermeiden kann, zu viel zu nörgeln...
Lieber vorher den "Notschalter" umlegen, bevor die Emotionen zu hoch kochen! Foto: Stock

1. Nicht direkt alles, was man auf dem Herzen hat sofort loswerden

Klar, ist eine Sache nicht in Ordnung, fallen einem noch 100 andere Dinge ein, über die eigentlich auch gesprochen werden müsste.

Vielleicht ist das aber gerade nicht der Zeitpunkt an dem er über solche Dinge reden möchte, und genau dann folgt in der Regel nur dumpfes Schweigen. Sätze wie: "Du brauchst mir nicht sofort zu antworten, aber ich wollte dich noch fragen..." können hilfreich dabei sein, dem anderen genügend Freiraum zu lassen.

2. Sagen Sie ihm ruhig, dass Sie sich Gedanken über die vielen Nörgeleien machen

Vielleicht weiß er ja gar nicht, dass auch Ihnen das ewige Rumgenörgele auf die Nerven geht! Ihm genau das zu sagen, könnte dabei helfen eine gemeinsame Lösung für alle Kritikpunkte zu erarbeiten oder ihn dazu bringen, Fragen, die sie haben, endlich zu beantworten - ganz freiwillig!

3. Positive Rückmeldungen sind wichtig

Manchmal hilft positive Rückmeldung mehr, als Kritik bei Fehlverhalten. Sagen Sie, dass es schön sauber ist, wenn er einfach so die Küche aufgeräumt hat und nehmen Sie es nicht als selbstverständlich hin, weil Sie ihn ja schon so oft dazu aufgefordert haben. Vor allem aber, schrecken Sie ihn nicht durch Sätze wie "Na siehste, war das jetzt wirklich so schwer?" ab, wenn er Ihnen einmal etwas erzählt, was sie ihm sonst aus der Nase ziehen müssten - das ist absolut kontraproduktiv und wird ihn nur verärgern!

Text: Christiane Spittel
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