BASTA macht blau - von wegen...
Die Jungs haben uns Rede und Antwort gestanden: Hier das Interview!
Foto: Schulten

Am 18. September haben die Jungs von Basta ihr neues Album "Basta macht blau" veröffentlich und "blau machen", fanden wir geht gar nicht!

Deswegen haben wir die Jungs zum Interview gebeten und der kreative Kopf der Truppe, William Wahl, hat uns Rede und Antwort gestanden: 

Christiane: Köln scheint ja irgendwie ein tolles Pflaster für a capella Bands zu sein, die Wise Guys kommen ja aus Sülz. Werdet ihr eigentlich oft mit denen verglichen und wenn ja, nervt das?

William: Wir werden generell immer mal wieder um die Erläuterung des Unterschieds zwischen uns und anderen Gruppen gebeten. Die Frage ist schon okay und nervt nicht - schwierig ist es leider mit der Antwort, denn wir sind mit der Entwicklung und den Besonderheiten anderer a-cappella-Bands nicht so vertraut, wie man das meinen mag. Privat hört jeder von uns unterschiedliche Musik; schon aus beruflichen Gründen ist bei keinem a cappella dabei!

Christiane: Ich glaube, ich hab Euch irgendwann mal in Bonn auf der Straße Musik machen gesehen, wirklich lange her ;) Wie waren Eure Anfänge, erinnert  ihr Euch noch an den ersten Auftritt? Wie alt wart ihr und wie war das Feedback?

William: Der allererste bezahlte Auftritt der allerersten Formation, die mit Basta zu tun hatte (und damals noch Bassta hieß), war die Einweihung einer Ausstellung von Bildern in einem Kölner Notariat. Da waren wir so um die zwanzig Jahre alt. Wir waren gar nicht so schlimm aufgeregt, weil wir vorher tatsächlich schon viel Straßenmusik gemacht hatten und ziemlich genau wussten, was gut ankam und was nicht. Wir hatten uns unsere Schüchternheit in den nordrhein-westfälischen Fußgängerzonen (unter anderem der Bonner) schon abtrainiert. Wann wir den ersten dieser Straßengigs hatten und wie der war, das weiß ich leider wirklich nicht mehr.

unsere Nische ist echt prima!
Foto: Schulten

Christiane: Was glaubt ihr, hat man es als A Capella Gruppe leichter oder schwerer in Musikbusiness Fuß zu fassen?

William: Wir meinen, dass wir in unserer eigenen kleinen Nische sehr angenehm leben. A cappella lässt sich nicht so aggressiv und umfassend vermarkten wie eine neue Pop- oder Rockband, aber dadurch erarbeitet man sich im "Business" auch einen ehrlichen und stabilen Erfolg, den man immer noch hat, wenn sich all die im Frühjahr angesagten Bands im Herbst schon wieder verschwunden sind.

Christiane: Musikalische Arrangements eines Songs sind ja nun kein Pappenstil. Ich stelle mir das recht kompliziert vor, die Effekte, die sonst durch Instrumente erzielt werden mit der eigenen Stimme zu erreichen?

William: Man erarbeitet sich auch das. Wir haben ganz schön bescheiden angefangen, sowohl was Klang als auch Arrangierkünste angeht, und uns stetig verbessert. Das braucht Zeit und kostet durchaus Mühe, macht aber auch glücklich, wenn man sieht, wie man sich entwickelt hat!

Christiane: Wie lange schreibt ihr in der Regel an einem Song?

William: Das kann man wirklich nicht pauschal beantworten. Unsere Gangsta-Rap-Parodie "Ja Ja" habe ich komplett auf der Zugfahrt von Mönchengladbach nach Köln runtergeschrieben, also in einer guten Dreiviertelstunde; andere Songs brauchen sehr viel länger. Da man manchmal auch einfach nicht mehr weiterkommt und das Material erstmal zur Seite legt, gibt es Lieder, die erst nach Jahren fertig werden.

Komödiantisches Talent? Aber sicher!
Foto: MCS

Christiane: Was ist der Vorteil am a Capella Sound?

William: Ich sehe den Vorteil hauptsächlich bei den Live-Auftritten: Totale Nähe, Direktheit und Unmittelbarkeit auf der Bühne, dazu kein Medium zwischen musikalischer Haltung und dessen Ausdruck: wer da Töne macht, ist kein gespannter Metalldraht oder ein Algorhythmus, das bin ich. Das macht uns Spaß und dem Publikum wohl auch.

Christiane: Eure Texte sind ziemlich polemisch, gefällt mir! Schreibt die einer von Euch alleine, oder entstehen die in der Regel gemeinschaftlich?

William: Du erwischst hier gerade den Hauptschreiber - das meiste kommt von mir. Das heißt aber nicht, dass es nicht sehr viele andere Möglichkeiten gibt: die Musik zu unserem CD-Opener "Guten Morgen" habe ich zum Beispiel zusammen mit unserem Tontechniker Martin Weiß geschrieben.

Christiane: Als a Capella Musiker braucht man auch ein gewisses komödiantisches Talent, oder?

William: Nicht unbedingt, aber hilfreich ist es schon. Es ist schon auffällig, dass eigentlich keine A-Cappella-Band ein knochentrockenes Konzert durchzieht. Irgendwie fühlen sich tatsächlich anscheinend alle Bands zum Komödiantischen hingezogen. Aber da so eine Truppe aus mehreren Leuten besteht, muss nicht jeder Sänger der geborene Alleinunterhalter sein...

Christiane: Letzte Frage, die musste bei uns bis jetzt jeder beantworten ;): Wenn ihr einen Tag lang unsichtbar wärt, was würdet ihr am liebsten machen?

William: Wir haben das diskutiert, und mehrheitlich hieß es: Diamanten stehlen. Dafür wär es aber wichtig, dass man sich den Zeitpunkt der Unsichtbarkeit selber aussuchen darf, es sollte also kein Sonntag sein.

Wir bedanken uns und wer die Jungs live sehen möchte hat auf ihrer Tour der hat reichlich Gelegenheit dazu! Für alle Bonner und die, die es nicht weit haben gibt es noch eine tolle Nachricht: Basta sind live mit dabei beim deutschen Einheitsfest und stehen am Sonntag den 2. Oktober ab 21.30 Uhr auf der WDR Bühne am Bonner Markt!

Christiane Spittel
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