Wir haben mit Model Sussan Zeck über das Modelbusiness und Casting-Shows gesprochen!

Modeln - der Traum vieler junger Mädchen und nur wenige schaffen es, ihn zu verwirklichen. Seit mittlerweile sechs Jahren sucht Heidi Klum Germany's Next Topmodel und ab Anfang 2012 wird sich auch Eva Padberg in die Reihe der "Modelscouts" einreihen.
Grund genug, bei einer Dame nachzufragen, die selbst einmal mit dem Titel "Schönstes Nachwuchsmodel Deutschlands" ausgezeichnet wurde, was sie von Castingshows für Nachwuchsmodels hält und wie sie es selbst geschafft hat, im internationalen Modelgeschäft Fuß zu fassen.
Sussan Zeck hat uns im großen Interview verraten, wie sie selbst zum Modeln kam und was junge Mädchen die gerne Modeln möchten unbedingt wissen sollten - viel Spaß!
y-style: Wie waren Deine eigenen Anfänge: Bist Du von einem Modelscout angesprochen worden, hast Du Dich selbst beworben - wie waren Deine ersten Erfahrungen mit dem Model-Business?
Sussan Zeck: Ich bin durch Zufall zum Modeln gekommen und wurde, als ich noch zur Schule ging, in München von der Inhaberin einer der führenden Modelagenturen der Stadt entdeckt. Nach meinem Abitur ging alles recht schnell und ich wurde zu Beginn meiner Modellaufbahn von der Zeitschrift Max zum "Schönsten Nachwuchsmodel Deutschlands" ausgezeichnet. Von da an war ich ständig im Ausland unterwegs, mein erster Job war für ein sehr bekanntes italienisches Modelabel. Es folgten viele namhafte Laufstegshows, Interviews für Tv- Sender, Magazin- Fotostrecken sowie Kampagnen. Die ersten Erfahrungen sind sicher härter, denn man muss sich ohne starkes Portfolio mehr behaupten und viel stärker um Jobs, Respekt und Anerkennung kämpfen.
y-style: Gab es Rückschläge, oder hat bei Dir alles prima geklappt? Und hattest Du, oder hast Du einen Plan B, falls das mit dem Modeln nicht mehr klappen sollte?
Sussan Zeck: Ich bin sehr dankbar und hatte viel Glück. Generell habe ich viele zweite Pläne. Das Modeln sehe ich als meine Eintrittskarte, nicht als mein Ziel. Meine Leidenschaft gilt und galt schon immer dem Schreiben, derzeit schreibe ich eine Kolumne, sowie für einige Magazine. Darüber hinaus arbeite ich an weiteren Projekten, über die ich aber erst in einiger Zeit mehr sagen möchte ;-) Nur so viel: Auf 2012 freue ich mich besonders, denn es wird ein Jahr voller Energie und neuer Projekte werden!
y-style: Wir sind gespannt! Was würdest Du sagen, ist der Job eines Models härter als andere Jobs oder ein echter Traumberuf?
Sussan Zeck: Es gibt härtere Berufe. Das sind für mich solche, die viel Verantwortung für andere Menschen mit sich bringen. Dennoch sprechen etliche Faktoren dafür, das Modeln als einen harten Beruf zu bezeichnen - z.B. die Austauschbarkeit, die große Konkurrenz durch andere Models und Filmstars, der Druck oder das ständige Reisen...

y-style: 2012 wird auf Vox ein neues Casting-Format, "Das perfekte Model", ausgestrahlt werden. Die gesamte Jury-Besetzung ist uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Was hälst du davon und kannst du uns Neuigkeiten diesbezüglich mitteilen?
Sussan Zeck: Zur Jury kann ich das bisweilen nicht. Ich habe jedoch gehört, dass Topmodel Karolina Kurkova sowie Eva Padberg mit von der Partie sein werden und finde es ein spannendes Projekt, wünsche den beiden und allen weiteren Jury- Mitgliedern also alles Glück der Welt und vor allem vielversprechende Newfaces!
y-style: Was hältst Du von Castingsendungen als Sprungbrett in den Modezirkus - hilfreich oder eher hinderlich?
Sussan Zeck: Das muss man differenziert betrachten. Erinnern wir uns genau, so gab es sowohl Models, denen ein solches Format eher hilfreich war und andere, denen es eher hinderlich war. Der Realität entsprechen solche Sendungen sicher nicht, aber sie bedienen Sehnsüchte und stillen Neugier: sie nehmen den Zuschauer mit hinter die Kulissen der glamourösen Mode- Welt, gewähren ihm fuer einen Moment ein Teil dieser Welt zu sein. Man wird mit den verschiedensten Charakteren bedient und fiebert bis zum Schluss für seinen Favoriten mit. In Deutschland ist die Auswahl der Models eher auf den kommerziellen Bereich zugeschnitten, editorial Models wie man sie in einer Pariser Agentur antreffen würde, wären für den Zuschauer wohl mit Identifikationsproblemen verbunden. Das Konzept solcher Formate ist sehr clever gewählt und erfolgversprechend!
y-style: Was sollten denn generell Mädchen, die als Model arbeiten möchten, unbedingt wissen?
Sussan Zeck: Der Aufbau eines starken Portfolios dauert, ist jedoch die Grundvoraussetzung. Ohne gute Magazin-Referenzen und später auch Kampagnen ist es sehr schwierig sich auf internationalen Märkten durchzusetzen. Die Anfangsphase ist sehr arbeitsintensiv und anstrengend. Die Mädchen werden von ihren Mutteragenturen auf internationale Märkte geschickt um dort Referenzen für Ihr Portfolio zu sammeln. Die wenigsten Wege führen zuerst nach New York oder Paris, sondern auf sogenannte Nebenmärkte. Diese monatelangen Auslandsaufenthalte können sehr kräftezehrend sein, doch nur wer es schafft sich hier durchzusetzen, hat auch eine Chance sich auch auf den hart umkämpften Hauptmärkten zu etablieren.
"Personality begins where comparison ends." (Karl Lagerfeld) Sowohl die Persönlichkeit, das Äußere, als auch der Weg eines jeden Mädchens sind völlig unterschiedlich, insofern ist Vergleichen vor allem eines: Sinnlos und demotivierend.
"Never Take No For An Answer" Trends kommen und gehen, Meinungen ändern sich, Booker wechseln die Agenturen. Dennoch sollten Zeichen wahrgenommen werden. Es ist lobenswert seinen Träumen zu folgen, doch nach einer gewisser Zeit gilt es ein Fazit der vergangenen Monate zu ziehen und den eigenen Weg realistisch zu bewerten. Nicht selten zeugt es von mehr Format, einen Traum aufzugeben als diesem ewig hinterherzurennen.
"Be true to yourself, believe in yourself and shine on." Gerade junge Mädchen sollten sich selbst treu bleiben und sich nie fremdbestimmen lassen, an die eigenen Stärken glauben und an ihren Werten festhalten.
"Show them who you are" Von Anfang an gilt es, seine Meinung höflich aber bestimmt darzulegen, lieber einmal zu viel als zu wenig nachzufragen. Ein "Nein" muss als solches akzeptiert werden, es ist immer besser einmal zu viel als zu wenig nachzufragen. Nutzt man das Modeln als Eintrittskarte in andere Berufszweige, so ist es ein fantastisches Sprungbrett in kurzer Zeit wichtige Kontakte zu knüpfen, viel an Lebenserfahrung zu sammeln und daran menschlich zu wachsen.



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